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Prinz Amir
Aktualisierung von „Prinz Amir“
/ Feb. 2011
Der arme Rüde Prinz Amir (wobei Amir im Arabischen eigentlich
schon PRINZ bedeutet) befindet sich nun seit Jahren im Tierheim Mainz
und ist ein sehr trauriges Beispiel dafür, was Hunden aus dem
Auslandstierschutz zustossen kann: Sie sind klein und niedlich oder
erzeugen durch ihr jämmerliches Dasein Mitleid und werden nach
Überwindung aller Hürden mit nach Deutschland gebracht. Oft überschätzen
die Leute sich jedoch, was die Bewältigung der Schwierigkeiten angeht.
Und so wird die Verantwortung an unsere Tierheime übertragen – dazu sind
sie ja schliesslich da…….
Wenn Amir dazu eine Meinung hätte und sich frei entscheiden
könnte, nämlich sehr gefährliches Leben in Freiheit in Ägypten oder seit
Jahren in einem Tierheim mit permanentem hohen Stresspegel für sich –
ich ahne, wie seine Wahl ausfallen würde. Eine sehr freundliche
Hundshuus-Leserin, die ebenfalls mit grosser Besorgnis seit Jahren das
Schicksal dieses schönen Rüden im Internet verfolgt, machte sich auf den
Weg, um Amir zu besuchen und mir einen Bericht zu schicken.
Ihr Besuch fand im Nov. 2010 statt und ich danke Ihnen, Johanna,
dafür sehr.
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Hier ihr Original-Brief an mich:
Hallo Frau Schmidt,
heute war ich, wie versprochen, im Tierheim Mainz und habe Prinz Amir
besucht. Glücklicherweise war die junge Frau da, die sich
hauptsächlich um Amir kümmert: V…….. J……., eine Tierarzthelferin, die in
der dem Heim angeschlossenen Tierarztpraxis arbeitet.
Sie kümmert sich seit längerer Zeit um Amir - er lässt keinen anderen
Pfleger an sich heran. Sie hängt sehr an ihm, was zu spüren ist. Leider
kann sie ihn nicht aufnehmen, da sie bereits einen Hund besitzt und Amir
kommt als Zweithund nicht in Frage.
Sie hatte ihn schon mit Zuhause übers Wochenende, während ihr eigener
Hund woanders untergebracht war. Dort habe er hauptsächlich geschlafen.
Im Tierheim lebt Amir in der Quarantäne-Abteilung, wo Besucher keinen
Zugang haben.
Frau Jung trainiert regelmäßig mit Amir. Sie kann mittlerweile ohne
Maulkorb mit ihm spazieren gehen. Allerdings sei es auch schon passiert,
dass er nach ihr geschnappt habe.
Er vertraut ihr am meisten. Und dennoch, sagt sie: wenn sie jetzt
reingehen würde und würde seine Decke vom Boden wegnehmen, um sie
woanders hinzulegen, würde er wohl beißen.
Er ist verschmust und will von ihr gestreichelt werden, dafür drückt er
sich gegen den Zaun, wie man auf den Bildern sehen kann. Allerdings ist
auch zu beobachten, dass dabei immer ein kurzer misstrauischer Blick die
Lage abcheckt. Er ist immer auf der Hut. Gesundheitlich hat er
mittlerweile Probleme mit der Hüfte.
Die Leute vom Tierheim wären schon froh, wenn sie Amir an einen Menschen
vermitteln könnten, der Amir zunächst in einem großen Auslauf mit einer
beheizten Hundehütte halten könnte und regelmäßig mit ihm arbeiten
würde. Aber wo gibt es so jemanden?
Mal abgesehen von dem normalen Stressbellen der Hunde während der
Besuchszeit: es herrscht ein Höllenlärm im Tierheim. Eine stark
befahrene Schnellstraße führt über das Gelände, daneben die Zugschienen.
Netterweise hat Amir mich nicht angeknurrt, er hat sogar vorsichtig
getrocknete Lungenstückchen aus meiner Hand genommen.
Ich hoffe, Sie können mit den Bildern und den Infos etwas anfangen.
Viel Erfolg für Ihre Arbeit!
Viele Grüße J.K.
Nachdem ich
dieser Tage wieder eine freundliche Anfrage
nach Amir hatte, in der die Vorstellung war, ihn tagsüber mit ins Büro
zu nehmen und in der Freizeit ihn mit dem Wohnmobil mitzunehmen, habe
ich natürlich sofort abgeschrieben, denke aber auch, der obige Brief
macht sehr deutlich, wer als Halter für diesen mittlerweile 7jährigen,
kastrierten Rüden in Frage kommt. Es sind Menschen, die KEINERLEI
Erwartungshaltung an ihn hätten, zudem ein absolut sicher und hoch
eingezäuntes Grundstück besitzen und keine anderen Tiere haben. Die
sozusagen als Neben-Bewohner diesem Rüden Ruhe, Entspannung und ständig
gleichen Tagesrhythmus bieten.
So, nun sind Sie an der Reihe: Wo hernehmen und nicht stehlen??
Die meisten Leute sind nicht so selbstlos in Bezug auf
Hundehaltung. Sie erhoffen sich eine Gabe von Seiten des Hundes. Wenn
allerdings dieser Punkt zuträfe, wer wohnt dann zurückgezogen, sicher
eingezäunt, hat keine Kinder und anderen Tiere?
Diese Person zu finden käme einem Lottogewinn gleich…..
Ich fürchte leider, dass dieser schöne und dauergestresste Hund
sein gesamtes Leben in diesem Tierheim verbringen muss.
Sollte diese website etwas dazu beitragen, dem Hund ein anderes Leben zu
ermöglichen, wäre das alleine schon ihre Existenz wert……
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Wissen Sie eigentlich, was ein Kanaan ist?
Noch nie gehört?
Das macht gar nichts, ich bin sicher, dass
ca. 95 % der deutschen Bevölkerung diesen Begriff nicht richtig zuordnen
können.
Ein Kanaan ist ein Hund! Und zwar gehören Kanaans zu den sogenannten
Urtyp-Hunden, zu denen beispielsweise auch der Karelische Bärenhund, die
Laika oder der Buhund gehören. Kanaans haben ihren Ursprung in den
grossen Wüsten der israelischen und arabischen Wüsten und werden dort
von den Beduinen gehalten und gezüchtet.
Eine in Israel lebende Züchterin namens Myrna Shiboleth hat durch
Ausstellungsbesuche und Vorträge innerhalb Europas sicher ein wenig dazu
beigetragen, diese Rasse bekannter zu machen.

Eine Freundin von mir hat immer Kanaans gehabt und auch gezüchtet, diese
Hunde sind mir also gut bekannt und vertraut.
Was aber unterscheidet einen Kanaan von einem Schäferhund?
Myrna Shiboleth hat es sehr gut in einem Beispiel geschildert:
Sagt man einem „normalen“ Hund: „Spring in den Abgrund“ – so tut er es!
Sagt man das gleiche zu einem Kanaan, antwortet dieser: „Spring` Du
zuerst“......

Und so kenne auch ich diese Hunderasse.
Sie sind vorsichtig bis scheu, sie beobachten und durchdenken
Situationen. Entschliessen sie sich, Vertrauen zu haben, kommen sie
freudig auf Ruf.

Bleiben
sie aber – zum Beispiel Fremden gegenüber – misstrauisch, werden sie aus
grosser Entfernung Laut geben und das menschliche Rudel vor dem Feind
warnen. Da hilft dann kein Befehl, keine Strenge. Wobei Strenge und
harte Befehle ohnehin nichts für Kanaans sind. Sie wollen gebeten und
überzeugt werden.

Sind die Hunde dann der Meinung, es ist akzeptabel, werden sie sich
problemlos fügen.
Sie können sich ein sehr gutes Bild über diese Hunde auf der website der
genannten Freundin machen ->
http://www.mengeskanaans.de
Wenn Sie dort in die Fotogalerie schauen, kann man auf den Wüstenbildern
deutlich erkennen, wie das Lebensumfeld dieser Hunde beschaffen ist.
Tiere, die so aufwachsen und diesen genetischen Hintergrund in sich
tragen, sind einfach völlig fehl am Platze, wenn sie bei lauten und
diktatorischen Menschen womöglich im städtischen Umfeld landen.
Und deshalb blutet auch mein Herz, wenn ich daran denke, dass der Hund,
um den es in diesem Text geht, sich im Tierheim in Mainz befindet.
Diese sensiblen Tiere haben ein ländliches, ruhiges Umfeld bei leisen,
überlegt handelnden Menschen verdient.
Was die Suche der potentiellen Halter angeht, besteht durchaus eine
Parallele zu Galgo-Interessenten.
Der arme Prinz Amir ist ein in Ägypten geborener Kanaan-Rüde, den seine
Familie von dort mit nach Deutschland nahm. Er ist dreijährig und
inzwischen kastriert.
Ich kann nicht beurteilen, ob seine Familie die Besonderheiten eines
Kanaans vorher kannte, ich weiss aber, dass Prinz Amir den erwachsenen
und ihm unbekannten Sohn der Familie nicht mochte und nach ihm
schnappte, was ihn letztendlich sein Zuhause kostete.
Ich möchte Sie noch einmal bitten, sich auf der website von Marlies
Menge die Informationen gut durchzulesen.
Diese Hunde sind besonders, sie sind sensibel, sie sind selbstständig
und intelligent. Sie sind – wenn sie Vertrauen haben – auch extrem
verschmust und Personen-bezogen.
Das sind alles keine „schlechten“, sondern lediglich sehr individuelle
Merkmale einer uralten Rasse, die das Überleben dieser Tiere
garantierten.
Ich hatte durch meine Freundin das grosse Glück, drei dieser Hunde und
auch einige Welpen persönlich kennen zu lernen und hatte zudem die
lebenslange grosse Sympathie der verstorbenen Menora, die immer einen
Freudentanz vollführte, wenn wir uns sahen.
Es sind keine Hunde, vor denen man zurück schrecken muss. Es sind aber
Hunde für einfühlsame und erfahrene Halter.
Sie haben sicher die Chance, wenn die oben genannten Eigenschaften die
Ihrigen sind, zu Amir einen guten Kontakt herzustellen, aber erwarten
Sie niemals, dass dieser schöne Rüde freudig bei Ihrem Anblick auf Sie
zuspringt.
Dieser Rüde wird in der jetzigen Situation – eingesperrt hinter Gittern
und einem enormen Krach ausgesetzt – sehr stark gestresst sein und ein
Liebhaber und Kenner dieser Rasse wird gut daran tun, mehrere Besuche
ohne Erwartungshaltung zu machen. Sollte Prinz Amir dann Sympathie
zaghaft durchscheinen lassen, wäre es in jedem Fall sinnvoll, diesen
Rüden in ein sicher eingezäuntes Zuhause mit grösstmöglicher Ruhe
umziehen zu lassen. Kinder und andere Tiere sind eher nicht
erforderlich.
Und dann werden die neuen Halter die wundersame Änderung eines
abweisenden Hundes zu einem Schmusetier erleben können.
Aber bis dahin ist es weit und ich hoffe so sehr, dass die Listung des
Rüden hier auf Hundshuus ihm hilft, schnell aus dieser Lage zu
entkommen.
Ich werde gleich nach Erhalt Bilder des Rüden einstellen, bis dahin
sehen Sie nur am Beginn des Textes seinen Kopf und einige Fotos mir
bekannter Kanaans.
Bei Interesse an Prinz Amir wenden Sie sich bitte an Frau Stephanie
Schmidt vom Tierschutzverein Mainz unter folgenden Daten:
Tel. 06131- 68 70 66 Fax 06131- 62 59 79
e-mail: info@thmainz.de
Originalfotos Amir


update vom
18. Juni 2007:
Es haben sich einige Interessenten Prinz Amir angeschaut und waren
erstaunt, dass er sie angeknurrt hat!
Ich fasse es nicht! Lesen diese Leute meine Texte nicht? Was erwarten
Interessenten? Das ein seit über einem Jahr im Dauerstress lebender
Paria (Urtyp)-Hund mit wedelnder Rute auf
sie zuspringt?
WENN Sie WIRKLICH Interesse an diesem Hund haben, dann müssen Sie ihn
erobern, ihn sich langsam über Tage
vertrauensvoll nähern lassen. Dann müssen Sie ihre Ideen von wedelnden
Hunden begraben und Sachverstand
beweisen.
Und dann müssen Sie einfach ein
ERFAHRENER,HUNDEVERRÜCKTER
Mensch sein. Kein weiterer Besucher, der den Rüden anstarrt und auf
Wunder hofft!
Überdenken Sie das bitte VOR einem Besuch........
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