Hundevermittlung

 

Santana   V E R M I T T E L T

 

Sie wusste, dass es wieder Samstag war: Die Besucherscharen wälzten sich vor ihrem Zwinger vorbei, einige verweilten kurz, andere machten abschätzige Bemerkungen.

Sie war es gewohnt und deshalb reagierte sie auch nicht mehr auf Schnalzlaute oder süsse Töne, denn meist kam eine feindliche Bemerkung an ihre Ohren, die sie kränkte und ihr den restlichen Tag verdarb. Es wollte nicht in ihren Kopf, dass Menschen wegen eines fehlenden Auges einen solchen Aufstand machten, denn war nicht SIE die Leidtragende, diejenige, die eigentlich unglücklich sein müsste? Aber ganz im Gegenteil – nachdem endlich dieser Dauerschmerz aus ihrem Kopf verschwunden war, fühlte sie sich glücklich und zufrieden. Nun gut, das Blickfeld war ein klein wenig eingeschränkt worden für sie, aber hatte sie nicht ohnehin schon alles in ihrem Alter gesehen?

Und war ihre Nase nicht weiterhin exzellent und gab ihr jede Information, die vonnöten war? Santana war nun schon eine lange Zeit im Tierheim, sie hatte den beissenden Schmerz in ihrer gekränkten Seele und die Verzweifelung der Anfangsmonate hinter sich gelassen. Damals, als ihre Familie, bei der sie vier so überaus glückliche und warme Jahre verbracht hatte, sie wieder ins Tierheim zurück gebracht hatte.

Anfänglich dachte sie an einen kurzen Besuch, um den ihr vertrauten Personen einmal kurz über Hand und Gesicht zu lecken.

Dann wurde aber viel geschrieben, ihr Impfpass wechselte den Besitzer und plötzlich standen alle Menschen auf, eine Pflegerin kam und ging mit ihr an der Leine davon. Dahin, wo sie vorher auch schon eine lange Zeit gewartet hatte und niemand kam, um sie zu holen…..

Als sich dann erneut –wie damals – die Zwingertür hinter ihr schloss, dachte sie an einen Irrtum.

HALLO!

HALLO! Ihr habt mich versehentlich vergessen! HALLO! – bellte sie ihrer Familie hinterher. Aber bis auf die Bellerei der anderen Hunde herrschte eine für Santana unheilvolle Ruhe. Viele Tage, Wochen und dann auch Monate hoffte sie bei der kleinsten Regung im Türbereich, dass sie wieder kommen würden: IHRE MENSCHEN!

Sie war ihnen vier Jahre ein guter und treuer Hund gewesen, sie hatte immer gehorcht, nie in die Wohnung gemacht oder womöglich etwas zerstört. Wenn sie doch nur wüsste, weshalb sie abgegeben wurde……

Ein besonders Schlauer aus dem Hunderudel hatte gehört, wie Frau Martens, die Tierheim-Leiterin, mit einer mitfühlenden Frau über sie sprach und hatte Santana  dann sofort berichtet, dass ihre Familie nach Hamburg umgezogen sei, in ein Land, dass Hunde wie sie nicht mögen würde.

Santana hatte es natürlich nicht geglaubt. Ihre Familie würde weder in ein Land ziehen, welches Hunde wie sie nicht mögen würde noch würde ihre Familie sie einfach in einem Heim abgeben!  

Als ich Santana im Tierheim Lüneburg besuchte, um dieser wunderbaren Hündin einen Besuch abzustatten und sie vor allen Dingen für Sie, liebe Hundshuus-Leser, zu fotografieren, da war es um mich geschehen.

Ich habe diese traurige Geschichte der Hündin schon länger verfolgt, aber nun wollte ich sie Ihnen endlich auch auf dieser Seite vorstellen, denn es kann nicht sein, dass Hunde, die einmal eine lange Zeit im Heim verbrachten, ohne ihr Zutun ein zweites Mal dort verwahrt werden und im nicht mehr jugendlichen Alter dieses Umfeld erdulden müssen.

Ich hoffe auf Sie, die Sie nicht durch Äusserlichkeiten oder ähnliche dumme Urteile einen Hund mit dem Stempel „abgeschoben, lebenslänglich“ versehen, sondern vielleicht selber schon etwas älter sind, vielleicht selber Sehhilfen benötigen und vielleicht selber schon zum Single geworden sind.  Denn SIE wären Santanas Glück: Ein mobiler, noch standfester Senior, zu vernünftig, um mit einem Welpen zu liebäugeln, aber angefüllt mit vielen Kilos Hundeliebe, die dringend ein Ventil suchen!

Und vielleicht gibt es ja auch noch einen Korb oder ein Kuschelbett Ihres verstorbenen Hundes im Keller oder auf dem Boden und Ihr eigentlich ausgeträumter Traum des eigenen Hundes wird nochmals wahr…….??? 

Santana ist eine 10 jährige rüstige, leicht pummelige Seniorin, die noch gerne spazieren geht, die bis auf das operierte Glaukom in ihrem Auge, das ihr die Schmerzen durch den Überdruck bereitete, gesund ist. Sie bekommt zwar ein paar homöopathische Herztropfen, aber Sie wissen ja: kostet nicht viel. Sie ist kastriert, entwurmt und geimpft sowie auch gechipt und registriert.  Ein Teil ihrer Vorfahren war vielleicht ein American-Staffordshire-Terrier, ebenso gut kann sie aber auch eine Boxer- oder Bulldog-Mischung sein.  

Wenn Santana mit Ihnen an der Leine unterwegs wäre, würde sie gerne ein wenig Respekt von Seiten der Hunde-Jugend spüren. Diesen halbwüchsigen, distanzlosen Rüpeln, die immer ohne Spur von Anstand an ihr herum schnüffeln wollen, erteilt sie schon mal eine Standpauke. Aber da geht es Ihnen, dem potentiellen Senior nicht anders, oder? Wer Ihnen die Tür vor der Nase zuschlägt, bekommt auch eine Lektion, oder etwa nicht?

Ich finde, meine Aufgabe in diesem Fall ist es, eine Art Partnerschafts-Vermittlung zu versuchen. Sie haben die Chance, Santana über diese website kennen zu lernen, sie vielleicht sogar am nächsten Tag zu besuchen und ich möchte alle Leser, die bei dem Bericht über Santana an eine bestimmte Person in ihrem Umfeld denken  (und die evtl. über keinen Internet-Zugang verfügt), bitten, diesen Text auszudrucken und weiter zu geben.  

Vielleicht klappt es und zwei Suchende finden sich auf diesem Wege und Santana hat noch vor der richtig kalten Jahreszeit im Tierheim wieder ein warmes und diesmal lebenslanges Zuhause!

Meine Hoffnung stirbt zuletzt!  

Sollten Sie den Blick dieser so bezaubernden Hündin auch nicht vergessen können und gerne mehr über sie in Erfahrung bringen wollen oder sogar einen Spaziergang mit ihr planen, dann seien Sie bitte so freundlich und nehmen Kontakt zum Lüneburger Tierheim auf.

Am besten zu der Heim-Leiterin Frau Martens unter der
e-mail-Anschrift:

tiervermittlung@tierheim-lueneburg.de

oder der Telefon-Nummer

04131 - 8 24 24 .

 

Und hier können Sie Santana auf YouTube kennenlernen:

 

 

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