Hundeglück 2008

 

Peppino

 

Nach mehreren Kurzbesuchen mit gemeinsamen Spaziergängen stand es fest: Peppino würde umziehen und die Pension endlich verlassen, um in einer neuen Familie ein umsorgtes und glückliches Leben zu führen.

Die vorhandene Katze fand er nett, die Menschen und die Gegend ebenso. Du kleiner Unglücksrabe, möge Dir von nun an alles Gute passieren.

 

Peppino

Eines ist ganz sicher: Heute Abend bricht sein kleines Herz!
Er wird verzweifelt rufen, er wird nicht verstehen, weshalb es so kommen musste und er wird die nächsten Wochen durch tiefe Depressionen und eventuell Apathie hindurch schliddern.

Er wird das Futter verweigern, er wird vielleicht die Nachbarhunde anknurren und er wird immer wieder seine geübte Nase in die Luft halten, in der Hoffnung, einen winzigen Rest des Geruches seines Glücks-Menschen zu erhaschen.  Aber vergeblich! Es ist für immer vorbei und Peppino wird je nach Schicksal lange, länger oder gar ewig auf den nächsten Glücksfall warten.

Diesem Hund wünsche ich so inbrünstig die richtigen Menschen, dass ich beim Gedanken an ihn wieder einmal in Tränen ausbrechen könnte….

 

Hat der grosse Hundegott (so es ihn geben sollte) manchmal ein Einsehen mit besonders armen und verlorenen Seelen?

 

 

      

 

    

 

 

Es kann so nicht sein, denn dann müsste es Hunderttausende von hart arbeitenden Hundegöttern in Südeuropa geben, die 24 Stunden am Tage im Einsatz wären. Es muss also jemand anderes sein, der einem kleinen und verlorenen Hundemann plötzlich das Glück zukommen lässt…….

 

Peppino (jetzt neu benannt, da er als Welpe einen absolut  lieblosen, unpassenden Namen bekam), wurde erworben oder gar geschenkt und ein kaltherziger und absolut dummer Mensch packte den Welpen an eine grosse Kette im Hinterhof.

Das Hundebaby weinte und jaulte, es bekam Druck zu spüren. Die Kette aber wurde nie gelöst. Sie wurde in 5 Jahren NIE gelöst und das Hundekind, inzwischen ein junger Terrier-Rüde voller Tatendrang und Elan, verzweifelte.

Der Rüde wurde stiller und stiller und dämmerte Jahr um Jahr vor sich hin. Sein bester Freund für ihn – einen Terrier – wurde eine wilde Katze. Diese Beiden, vom Glück verlassenen, tasteten sich immer näher an einander heran und bildeten dann eine Notgemeinschaft. Sie waren die einzigen Lebewesen, die sich gegenseitig Beachtung oder später sogar Zuneigung schenkten.

         

Können Sie ermessen, was es für einen TERRIER bedeutet, mit einer Katze befreundet zu sein?

Es grenzt an ein Wunder!

Diese Notgemeinschaft nahm ein jähes Ende, als die Katze verstarb. Nicht lange danach verstarb auch der Besitzer von Peppino.

Der kleine Rüde lag weiterhin unbeachtet an seiner Kette, als eines Tages alles anders werden sollte: Eine Frau, hundeerfahren und mit einem weichen Herzen, kam wegen etwas anderem auf den Hof und entdeckte durch reinem Zufall den kleinen unglücklichen und einsamen Hund.

Als sie schliesslich von seinem Schicksal erfuhr, konnte sie das Tier auf keinen Fall dort zurück lassen und nahm ihn kurz entschlossen mit auf ihren eigenen Hof! Es war eine ungewohnte und sehr aufregende Zeit für alle Parteien: Peppino kannte nichts! Ausser Katzen! Aber nun musste er lernen, ein Halsband zu tragen, an der Leine zu laufen. Er musste neben dem Fahrrad traben und als Beifahrer im Auto fungieren, er musste die drei Hündinnen vor Ort, die Katzen, die Gänse und Hühner, aber auch die Pferde und die Schafe kennen lernen und respektieren. Aber wie durch Zauberhand schien es alles keinerlei Problem für ihn zu sein. Der einzige Zwischenfall ereignete sich zu Beginn seiner Glückssträhne, als eine Besucherin heftig nach Peppinos Halsband griff und ihn genau so heftig von einer Tür wegzerren wollte. Da kam die Erinnerung an die heftige Hand aus der Vergangenheit wieder hervor und Peppino war einfach gezwungen, deutlich zu zeigen, dass er dieses Verhalten niemals mehr erleben wollte. Der Vorfall wurde aber schnell vergessen, Besucher wurden gebeten, den kleinen Mann respektvoll zu behandeln und alles wurde täglich entspannter und besser.

 

Peppino wurde kastriert, überstand alles sehr gut und es war eigentlich der Himmel auf Erden.  Doch dann begann eine Zeit, die ihn immer dichter an die Kante seines Glückes bringen sollte: Peppino musste mit den läufigen Hündinnen zusammen leben und auf den Wegen zu den Pferdeweiden kam es mit anderen – unkastrierten und freilaufenden – Dorfrüden zu Auseinandersetzungen.   Und wie es so ist bei Kämpfen innerhalb eines Rudels: Meist bekommen sich in einer solchen Situation auch die rudel-internen Hunde in die Wolle.

In diesem Fall gerieten also zwei der Hündinnen böse aneinander und alle hofften, dass es nach der Läufigkeit wieder harmonisch werden würde. Nur leider bildeten sich im Vierer-Rudel „mit Mann“ (Peppino) kleine Frauengrüppchen, die nun meinten, sie müssten um den hübschen Charmeur kämpfen. Und als es jetzt zum wiederholten Male zu ernsthaften Kämpfen innerhalb der Frauengruppe kam, war klar, dass die Damen eben Hausrecht haben und Peppino wieder gehen muss.

Und nun sitzt dieser verzweifelte kleine Mann, der das erste Mal in seinem Leben Zuwendung bekam und in einer atemberaubenden Geschwindigkeit ALLES für seine von ihm vergötterte Halterin gelernt hat, was nur irgend wann einmal einem Hund abverlangt werden könnte, in einem kleinen  Zwinger in einer Hundepension und ist verstossen.

Ich kann die Reaktion von Peppinos Retterin verstehen – wie oft haben unsere eigenen Hunde unter den hier eingezogenen Vermittlungshunden gelitten, wie oft habe ich meinem Rudel im Stillen versprochen, mit der Vermittlung aufzuhören und mich nur noch um sie, unsere  vielen „hängen gebliebenen“ zu kümmern.  Nur sind die Wohnverhältnisse bei uns weitaus günstiger als bei Peppinos Retterin und so ist nun eben das Ende des ersten Abschnitts im Glück des kleinen Hundes vorbei.  

Ich bitte Sie wirklich inständig: WENN Sie einen kleinen Clown mit Witz und Intelligenz suchen, wenn Sie Zeit und Liebe für kleine Terrier haben, wenn Sie ein weiches Herz haben – DANN SCHAUEN SIE IHN SICH BITTE AN und machen Sie einen Spaziergang mit ihm! Sie werden sehen, was für ein wunderbarer Schatz er ist und Sie werden erleben, wie schnell er bereit ist, ALLES für den nächsten Menschen zu tun, der ihm eine Chance gibt.  

Gerne erfahren Sie von mir die Adresse seiner Pension. Sie können aber auch -nach Mitteilung an mich -Kontakt zu Peppinos Retterin aufnehmen.

Bitte senden Sie eine mail (mit ausführlichen Angaben zu Ihren Haltungsbedingungen)  an   info@hundshuus.de   oder
Tel. 05849 – 380

 

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