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Straßenhunde sind keine
Urlaubssouvenirs (16.05.2007)
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Bonn (aho) - Die Bundestierärztekammer in Bonn warnt vor der
spontanen Mitnahme von Strandhunden oder Hotelkatzen aus dem Urlaub.
Trotz guter Absichten können sich ungeahnte Probleme ergeben - für
Mensch und Tier.
Der Entschluss, ein oftmals verwahrlostes oder halb verhungertes Tier
aus dem Urlaubsland mit nach Deutschland zu bringen, wird meistens
mitden besten Absichten gefasst - und sehr spontan. Die wenigsten
Touristen sind sich deshalb der möglichen Konsequenzen bewusst, so
dieTierärzte gegenüber der Presse.
So können sich bereits bei der Einreise von Hunden und Katzen
Schwierigkeiten ergeben, besonders aus Urlaubsländern, deren
Tollwutstatus nicht bekannt ist oder in denen die Tollwut noch in
bestimmten Gebieten auftritt. Darunter sind beliebte Reiseziele wie
Ägypten, Tunesien oder die Türkei. Die Tiere müssen nämlich bei der
Einreise aus diesen Ländern tätowiert oder mit einem Chip gekennzeichnet
sein und ein amtliches Gesundheitszeugnis muss diegültige Tollwutimpfung
dokumentieren. Vorgeschrieben ist außerdem ein
Bluttest, der nachweist, dass das Tier ausreichend gegen Tollwut
geschützt ist. Spontan geht da gar nichts, denn der Test kann
frühestens 30 Tage nach der ersten Impfung des Tieres erfolgen. Und
zwischen Blutentnahme und Einreise wiederum müssen mindestens drei
Monate liegen.
Werden die Bestimmungen nicht eingehalten, kann das Tier in das
Herkunftsland zurückgeschickt oder monatelang unter Quarantäne gestellt
werden. Im schlimmsten Fall droht sogar die Tötung. Natürlich alles auf
Kosten der verantwortlichen Person, in diesem Fall also derjenigen, die
das Tier einführt.
Neben der Tollwut können mit dem Vierbeiner aber auch andere schwere
Krankheiten eingeführt werden, die in Deutschland normalerweise
nichtvorkommen. Eine der häufigsten "Importkrankheiten" von Hunden ist
die Leishmaniose. Diese parasitäre Erkrankung wird durch Sandmücken
übertragen und ist im Mittelmeerraum und tropischen Gebieten verbreitet.
Besitzer eines erkrankten Tieres müssen für dielangwierige Behandlung
schon mal tief in die Tasche greifen.
Doch im neuen Zuhause angekommen warten zunächst andere Probleme: Die
ehemaligen Streuner leiden oft unter Anpassungsproblemen, gewöhnen sich
nur schwer an die neue Umgebung und werden verhaltensauffällig.
Und die frischgebackenen Tierbesitzer können sich im Alltag plötzlich
überfordert fühlen - mit dem Ergebnis, dass Hund oder Katze
schließlich in einem deutschen Tierheim landet.
Deshalb der Rat von der Bundestierärztekammer: Helfen kann man denTieren
auch vor Ort. Spenden Sie beispielsweise Geld an
lokaleTierschutzorganisationen oder unterstützen Sie
Kastrationsaktionen, um die Zahl der heimatlosen Tiere langfristig zu
verringern.
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