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Der Hundehimmel
Vor vielen Jahren habe ich während meiner Arbeit in einem kanadischen
Tierheim einen Hund kennen gelernt, der einfach beeindruckend war: Offen
und freundlich, verschmust und intelligent, leider aber auch völlig
unerzogen und auf Grund eines winzigen Käfigs ohne entsprechende
Bewegungsmöglichkeit völlig überdreht und wild.
Alle Besucher zogen sich erschreckt aus der Reichweite des laut
bellenden und herum springenden Schäferhund-Collie-Rüden BUCK zurück.
Dieser Hund wartete Monat um Monat auf Hundefreunde, nichts geschah.
Zum damaligen Zeitpunkt wurden im dortigen Tierheim Hunde noch getötet,
die keine neuen Besitzer fanden. Ich wollte diesen Hund unbedingt
vermittelt sehen und so ging ich im Geiste die Kartei meiner "Kunden",
der Leute also, denen ich bereits einen Hund vermittelt hatte, durch.
Für mich war es noch die Zeit VOR dem Internet, an die ich mich mit
Grausen erinnere. Briefe zwischen Kanada und Deutschland wurden
offensichtlich flügellahmen Schwalben zur Beförderung übergeben. Fotos
zu verschicken dauerte ewig: Film besorgen, Fotos im Tierheim knipsen
(eine Strecke 50 km entfernt), zur Entwicklung fahren, wieder abholen,
eintüten und verschicken und auf Resonanz hoffen.....
Lange Rede, kurzer Sinn: Mir kam Familie Kluge in den Sinn. Leute mit
großem Herzen für Tiere, zwei Generationen unter einem Dach eines
eigenen Hauses mit Garten (also immer einer Zuhause...), hatten bereits
Happy und Peggy durch mich vermittelt bekommen und waren durch nichts zu
erschüttern.
Meine Anfrage wurde positiv beschieden: Buck sollte mit uns gen Hamburg
reisen und in ca. 2 Monaten würden sie alle gespannt am Flughafen auf
ihren neuen Hund warten.
So geschah es: Unser Tross mit damals 8 Hunden im Gepäck incl. Buck
landete, Buck ging auf deutschem Boden etwas unsicher aus der Box, aber
hatte SOFORT das Herz von Viola Kluge erobert! Aus Buck wurde JERRY und
viele Jahre lebte er glücklich in eheähnlicher Gemeinschaft mit Hündin
Peggy im Haus und nach seinem Tode im Jahr 2006 bekam ich diesen Bericht
von Frau Kluge zur Veröffentlichung geschickt.


Vielleicht sind Hundehalter gerade in der traurigen Situation, ihren
Freund einschläfern lassen zu müssen und nicht zu wissen, was mit dem
toten Körper passieren kann.
Deshalb der Tipp von Frau Kluge in Form eines Erfahrungsberichtes nach
Jerrys Tod mit herzlichem Dank von mir.
(PS. Inzwischen haben Kluges den vierten Hund (Tobey) von mir vermittelt
bekommen. Leider ist nun auch ihre Peggy im hohen Alter am Ende des
Jahres über die Regenbogenbrücke gegangen und ich hoffe insgeheim, dass
meine beiden älteren Mädchen Linda & Mecki - ein Zwergendoppelpack - ein
gutes Zuhause bei ihnen geboten bekommen....... ;-) )
*****
Mein Hundehimmel hinter der Regenbogenbrücke
von Viola Kluge
Hallo, mein Name ist Jerry! Ihr werdet Euch bestimmt wundern über den
Titel. Was mag es hinter der Regenbogenbrücke wohl geben?
Nun, ich lebe jetzt hinter dieser wunderschönen Regenbogenbrücke. Ich
bin am 30.08.2007 friedlich in meinem Zuhause eingeschlafen, nachdem
mein großes Herz zu schwach war, für meine Familie weiter zu schlagen.
Aber ich denke, ich habe meine Arbeit getan und kann sie jetzt auf sich
alleine aufpassen lassen. Ich hatte ja schließlich alle in meinem Herzen
vereinigt und weiß, dass ich sie eines Tages wiedersehen werde.
Als ich merkte, dass ich immer müder wurde, habe ich mit einem Mal eine
wunderschöne, große und breite Brücke gesehen, auf der ein Regenbogen
stand, der auf mich wohl zu warten schien. Man, ich kann Euch sagen,
dass das ganze viele bunte Farben waren. Neugierig wie ich nun mal bin,
merkte ich, wie ich immer fröhlicher wurde und mehr an Kraft gewann. Ich
fühlte mich so unglaublich jung und voller Tatendrang. Ich bin dann über
diese Brücke gegangen und hatte das Gefühl zu schweben.
Alles erschien so hell und freundlich und je höher ich stieg, desto
unbeschwerter fühlte ich mich. Ich sah hinunter und sah meine Familie um
mich weinen. Es war ein ganz komisches Gefühl, sie da unten alle so
traurig zu sehen, aber meine Hundeseele wollte jetzt höher hinaus. Ich
sah meinen leblosen Körper, wie er von meiner Familie und zwei
unbekannten Menschen in einem großen Korb mit einer kuscheligen Decke
und einem sonnengelben Kopfkissen aus meinem Zuhause getragen wurde und
in einen großen weißen Wagen gelegt wurde. Jetzt denkt Ihr bestimmt,
dass sich mein Körper so alleine gefühlt hat. Nein, das stimmt nicht.
Ich hatte meinen über alles geliebten orangefarbenen Quietscheball bei
mir, Gedichte und ein paar Blümchen. Aber das Beste kommt ja noch. In
dem großen weißen Wagen begrüßte mich Jette, eine Schäferhundedame.
Wie ich auf der Fahrt von ihr erfuhr, begleitet sie alle verstorbenen
Tiere und verabschiedet sie dann auf ihre Weise. Nachdem wir bei Jettes
zu Hause angekommen waren, wurde ich sanft herausgehoben und in einen
Raum gebracht, wo ganz viele Kerzen brannten und Fotos von anderen
Tieren an der Wand hingen. Mit einem Mal kam Jette und schleckte mir
über den Kopf. Sie hat sich von mir verabschiedet im Namen aller Hunde.
Das fand ich unglaublich toll von ihr. Wie mir Jette dabei erklärte, ist
sie sehr glücklich in dieser Umgebung bei ihren beiden Menschen Heigard
und Andreas Schneider, aber das ist erzählt Euch jetzt mein Frauchen.
Macht’s gut!
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Die Familie Schneider hat nämlich eine ethische Heimtierbestattung ins
Leben gerufen. Die Idee entstand, weil immer mehr Freunde und Bekannte
von ihnen nicht die Möglichkeit hatten, ihre geliebten Haustiere in
einem eigenen Garten zu beerdigen. So gibt es jetzt seit einigen Jahren
die Möglichkeit der sanften Einäscherung – aber leider nicht in Hamburg.
Da haben es mal wieder die Bürokraten über den Haufen geworfen, ein
Tierkrematorium zu bauen. Sicherlich gibt es nicht überall Tierfreunde,
aber die wollten so was nicht in der Nähe von einem Menschenkrematorium
haben. Aber sind wir nicht alle lebendige Geschöpfe, die sich einen
würdigen Platz im Universum geschaffen haben?
Na ja, dafür gibt es nun ein Tierkrematorium im Rosengarten in der Nähe
von Osnabrück. Dort wurde unser Jerry eingeäschert. Damit man ihn auch
nicht verwechselt, hat er eine individuelle Nummer für eine
Einzeleinäscherung bekommen. Seine Asche wurde dann in eine wunderschöne
Urne verpackt. Sie war terracottafarben und darauf lag eine dunkelrote,
samtige Rose, die auf dem Deckel befestigt war. Urnen gibt es in allen
Formen, Materialien und Farben. Jerrys Asche wird dann nach einigen
Wintern bei uns im Garten an die Erde wieder zurückgegeben, weil die
Urne durch Verwitterung auseinander bricht.
So haben wir das Glück, dass Jerry immer noch bei uns ist. Für alle, die
nicht das Glück haben, einen eigenen Garten zu besitzen, kann man die
Asche bei Fam. Schneider in deren wunderschönem Garten verstreuen.
Somit endet der Kreislauf des Lebens und vielleicht haben wir einigen
Tierfreunden eine Hoffnung mit auf dem Weg gegeben, ihre geliebten
Vierbeiner würdevoll zu bestatten und sie hinter der Regenbogenbrücke
wohlbehalten wieder zu sehen. Jerry wird Sie auf alle Fälle begrüßen und
ihnen alles zeigen, und ihnen zeigen, was man dort so alles anstellen
kann.
Eurer Jerry von der Regenbogenbrücke im Hundehimmel und sein Frauchen
auf Erden!
Links:
http://www.haustierservice-schneider.de/
http://www.kleintierkrematorium.de/
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