Brief über einen Geliebten

 

Hallo Frau Schmidt,

erinnern sie sich noch an den alten Lux? Vor fast  genau 2 Jahren kam er zu uns: am 12.6.2006.  Zwei wundervolle Jahre hat er uns geschenkt! Unsere geliebte alte Socke.....

Er war nicht nur das Maskottchen der Voltigiergruppe meiner Tochter, auch als Zeitungsgehilfe lief er oft mit,  wenn samstags die Zeitung auszutragen war.  Nach den anfänglichen wirklich nur kleinen Problemchen, nenne es lieber nur die Eingewöhnungszeit mit Katzen und Kindern, gab es eigentlich keine Probleme mit ihm.  Im Gegenteil, er hatte  es sich zur Aufgabe gemacht, mitten unter den tobenden Kindern zu wachen, nach dem rechten zu sehen.

Gerade da, wo er gebraucht wurde. Je mehr Kinder, um so aufmerksamer war er. Dabei ruhig und fast "nie" im Weg liegend.  Die Meerschweine und Nins waren seine zweite Hauptaufgabe. Wenn neue einzogen, beguckte und begrüßte er sie ganz genau.

Bei den Katzenwelpen, die uns gebracht wurden, ließ er keines der Kleinen aus den Augen. Passte auf, das nach dem  Flasche-füttern jedes wieder in den Korb kam.  Auf seinen Runden war er immer freundlich zu allen Hunden!

Ging Ärger oder dem wilden Jungvolk nur aus dem Weg. Jagdtrieb hat er nie gehabt.  Je kälter windiger und stürmischer das Wetter, umso besser ging es ihm.  Hat mir aber sehr geholfen, mein Immunsystem zu stärken!Besser als jedes Fitness-Studio tat mir das Laufen.  Haben, wo es nur ging, ihn immer mitgenommen. Natürlich auch in den Urlaub. Seine Verlassensängste hat er nie ganz abgebaut. Aber hier alleine auch niemals etwas kaputtgemacht. 

Doch seine Zipperlein wurden nicht weniger. Das Herz machte Probleme. Einen Herzinfarkt hat er mit knapper Not überstanden. Neue Medikamente nach dem Schallen haben ihm geholfen. Nur noch eine Herzklappe tat richtig ihren Dienst.  Das Herz musste zusätzlich seine Lungen ausgleichen,  die sich auch nicht mehr so gut ausdehnen konnten. Das Laufen wurde schwerer. Seine Leberwerte machten weitere Sorgen. Dann das viele trinken ...die Nieren...Diätfutter, Blasen- und Nierenmedikamente kamen dazu. Er baute ab, fraß weniger...dann gar nicht mehr, nicht mal mehr das Katzenfutter. Nur noch wenige seiner heiß geliebten Rinderdörrstreifen.  Er zeigte uns dann, dass er nicht mehr wollte und konnte...ein letztes mal Cortison.

Verabschieden auch von den Kindern... Gestern ist er auf seiner geliebten Wiese in meinen Armen zum Regenbogen gegangen. Die Kinder haben so bitterlich geweint, mein Mann und ich auch..... 

Danke, mein  lieber, lieber alter Lux für die wertvolle wunderbare Zeit mit dir in unserer Familie! Wir werden NIE vergessen, wie du hier über die Wiese gesaust bis, so schnell, das du die Kurven nicht bekommen hast. Es gibt so viele kleine Erlebnisse,  an die wir uns erinnern. Wie du zu uns kamst......was wir alles mit dir erlebt haben.

 

Wir haben es niemals bereut, einen alten Hund zu nehmen.  Im Gegenteil: er war 1000% richtig für uns. Es ist leer geworden. Die Geräusche  ... das Klackern seiner Krallen auf dem Laminat und den Fliesen. Das Schnarchen,  Grunzen und Wuffen  im Schlaf... oder die "duftenden" Pupse…

Die Plätze, wo seine Kissen lagen...

Das Wasserschlabbern...

Kein Hund mehr, der mich morgens wach guckt....

Lux, auch wenn du nie auf deinen Namen gehört hast wegen deiner Schwerhörigkeit, so bleibst du uns auf ewig im Herzen. In unserer Nähe im Garten sowieso.... 

Mach`s gut im Regenbogenland,  meine geliebte alte Socke!!

 

Liebe Grüße

Sabine mit Familie... und Lux im Herzen

  

 


 

 

 

    

 

 

 

    

 

 

 

 

 

Liebe Fam. S.,

 

ich bin sehr sehr traurig über Ihren Brief und habe um meinen/Ihren Lux geweint!

Er war eine Seele von Hund – von Anfang an!

 

Ich erinnere mich gut an unser erstes Gespräch, als ich Ihnen zu einem alten Hund geraten habe, da Sie noch keine Erfahrung mit Hunden besassen und ich wollte, dass es einen guten und sanften Einstieg –gerade für Ihre Kinder- geben würde.

Lux saß im Tierheim in Ahlum und das erste Treffen fand in der Hundepension in Ritze statt – bei mörderischer Hitze!

Ich erinnere so gut, wie nett Ihre Kinder waren und wie behutsam sie mit Lux an der Leine umgingen. Er wurde zaghaft und rücksichtsvoll herumgeführt, gestreichelt und freundlich willkommen geheissen.

  

Nach Ihrer Entscheidung, ihn zu sich zu holen, brachte mein Mann Ihnen den Hund bis nach Lüneburg entgegen, von dort übernahmen Sie ihn und das Abenteuer konnte beginnen.

Und es begann mit Lux doch recht heftiger Reaktion auf die Katzen.

Aber das hat Sie niemals zweifeln lassen – nicht ein Mal wurde auch nur ansatzweise überlegt, ob es gut gewesen wäre, einen fast tauben alten Knochen zu sich zu holen.

Sie waren die ideale Familie für den Senior, er fand für eine doch so lange Zeit einen Platz, an dem er bedingungslos geliebt wurde und damit – meiner Meinung nach – kann der Übergang zum Regenbogenland nur gut sein…. 

Ich bin froh, dass Sie und ich zusammen trafen und Lux als Konsequenz daraus ein Geliebter war!!

 






















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