Hundevermittlung 2019

 

 

Billy

Mit manchen Hunden ist es ein bisschen wie mit Tortenstücken: sie sehen fantastisch aus und obwohl um die Kalorien- und Zuckermenge wissend, lässt man sich verführen.

Leider ist es Billy, einem aus meiner Sicht wunderschönen Rüden, so ergangen.

Ursprünglich in der Pubertät als Junghund aufgegriffen und im Tierheim untergebracht, fand er alsbald eine neue Besitzerin.  Diese Frau – um auf das Tortenstück zurück zu kommen – kannte oder vergaß die Regeln zur Übernahme eines pubertierenden, recht großen Jungrüden: sie wollte den schönen Hund um jeden Preis haben.

Er wurde ohne klare Vorgaben vertüdelt und schon bald war er ein Prinz, der im Hause dem Nebenbuhler (dem Ehemann) klar zeigte, dass Frauchen ihm alleine gehören würde.  Billy kam zurück ins Tierheim, seine Welt brach zusammen.

Die zweite neue Familie war leider ebenfalls nicht die richtige für den lernwilligen, noch wenig geprägten Billy: eine Alleinerziehende mit zwei halbwüchsigen Söhnen und einer Menge Arbeit außer Haus. Die Söhne werden die üblichen Sperenzien mit dem jungen Hund veranstaltet haben und so eskalierte es eines Tages darin, dass einer der Jungen beim Raufen Blessuren davontrug.  Billy musste gehen!

Es begann eine lange gleichförmige Zeit für ihn im Tierheim, in der er immer wieder neue Hunde und neue Menschen kennenlernte. Leider wurden alle seine engen vierbeinigen Freunde irgendwann vermittelt, ein trauriger Billy blieb alleine zurück.

Zum Glück hatte er seine festen Gassi-Gänger, die ihn sehr mochten und ihn alle gut erzogen und auch verwöhnt haben.  Aber wie es manchmal so spielt in einem Tierheim: ganz viele Interessenten sehen einen Hund über einen längeren Zeitraum und unterliegen dem Trugschluss, es müsse mit dem Tier etwas nicht stimmen!

Und deshalb haben nun alle Billy-Freunde und Fans beschlossen, er müsse einmal einen Ortswechsel vollziehen. Billy ist mit großer Trauer abgegeben worden und hier mit seinem Bündel und seiner Zahnbürste in Ritze eingezogen und hat sich alles in Ruhe angeschaut.

 

Schon bald wurde er Fedora vorgestellt, denn Hündinnen mag er gerne und so begann die erste wilde Spielrunde. Billy lebt mit der Hündin in guter Partnerschaft und genießt seine großen Spaziergänge. Im weitläufigen Waldgebiet gibt es Unmengen an guten, frischen Gerüchen zu entdecken und ein müder, zufriedener Billy geht nachts gerne in sein Nachtlager.

Billy ist für einen bestimmten Personenkreis der ideale Hundepartner und ich möchte Ihnen gerne mitteilen, wie diese Leute beschaffen sein sollten:  Es wäre schön, wenn SIE, die Sie mit Billy liebäugeln, schon Erfahrung mit Hunden hätten, die eine Führung gefordert haben. Hunde, denen kurz und knapp und vor allen Dingen konsequent vermittelt werden konnte, was Sie als Halter jetzt gerade möchten oder eben auch gerade jetzt NICHT möchten.  

Halter, die nicht denken: ach was, dann darf er heute einmal stur sein oder aber dann lasse ich es einmal durchgehen. Diese Art der Hundeführung ist erfahrenen Menschen in Fleisch und Blut übergegangen und es gibt niemals Probleme mit ihren Hunden.
Bei unerfahrenen Leuten, die sich selber immer wieder einen Stoß geben müssen, um konsequent Dinge durchzusetzen, kann es nach einer gewissen Zeit und  in Kombination mit einem schlauen Hund wie Billy dann zu Rückfällen wie in seiner Jugend kommen.
Ich muss es an dieser Stelle einmal etwas plump formulieren: es gibt leicht trottelige, einfältige Hunde, die kommen perfekt mit der Prinzenrolle klar, aber es gibt eben auch die Smarten! Und es ist immer anstrengend, einen Smarten neben sich zu führen. Denn mit Gespür und Verstand weiß er schon lange vorher, wann er wie weit gehen darf und womit er beim letzten Mal Erfolg hatte.

Darum fragen Sie sich bitte jetzt ganz ehrlich: lieber einen etwas – sorry – einfältigeren Vierbeiner neben Ihnen oder lieber einen gewitzten, austestenden, mit gutem Erinnerungsvermögen ausgestatteten??? 
Um noch einmal auf Billys Eigenschaften zu sprechen zu kommen, möchte ich davon berichten, dass er einen „Buddel-Tick“ hat. Er gräbt in Windeseile immer tiefer und gräbt sich in Rage. Er ist dann wie in Trance und beim wegholen aus dem Loch kann er sehr knurrig reagieren. D.h., es ist allemal besser, diese Eigenart zu kennen und bereits zu Beginn klar und deutlich zu unterbinden.

Mit anderen Hunden kommt er generell gut klar – wobei Kontakt zu Hündinnen kein Problem ist, bei Rüden entscheidet die Sympathie.  Die Gassi-Gänger im Tierheim gaben ihm bei Hunde-Kontakt auf gleicher Bürgersteigseite die Möglichkeit, mit ihnen die Straßenseite zu wechseln. Dadurch lernte er ihnen zu vertrauen und fühlte sich gut geführt.
Ich denke, jeder Hundefreund kann sich mit wenig Phantasie vorstellen, wie ein Leben mit ständig wechselnden Reizen für einen Hund abläuft: es ist Stress pur!

Und es wäre jetzt endlich an der Zeit, dass dieser schöne Rüde seinen dauerhaften Lebensplatz bekommt, bei dem ihm alle Liebe der Welt entgegen gebracht wird, eine gute Führung gewährleistet ist und genügend Zeit für ausgiebige Kuscheleien bleibt, die er wie die meisten Hunde sehr liebt.   Wir würden uns freuen, wenn sie unseren Billy einmal besuchen möchten und geben Ihnen vor Ort gerne weitere Auskünfte über ihn.

Vorab möchte ich Sie jedoch um eine aussagekräftige Bewerbung für diesen liebenswerten Hund bitten. Gerne an info@hundshuus.de

 

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