Vorbereitungskurs für angehende HundehalterInnen
      Teil 1



Da es leider keine Hunde-Einsteiger-Kurse mit Dummies (Kunst-Hunden) auf dem grossen Markt der Angebote gibt (wohl aber für angehende Eltern!), sollten Sie selber Gegebenheiten schaffen, um diese Test-Runde gründlich zu durchleben!

Bevor Sie an das Modell „Hund lebend“ gehen, empfehle ich ein Dummy, das Sie gegebenenfalls selber basteln können. Ein geschickter Partner, der weiß, wozu Hammer und Nägel auf der Welt sind, kann ggf. ein gutes wasserfest verleimtes, 4 cm starkes  Sperrholzbrett (
30 x 30) mit einem Rahmen versehen, in den Sie dann einen grossen passenden Stein legen. Soll das Endmodell Hund eher in Richtung Chihuahua gehen, haben Sie die Freiheit, die Bodenplatte samt Stein den Wünschen anzupassen. Bei Hundewunsch Dogge würde ich trotz möglichst lebensnahem Test zu Maximal-Begrenzung von 40 x 60 / Breite mal Länge / raten und die Stein-Variante keinesfalls über 25 kg gestalten.

Das Grundmodell „Hundetest“ ist kreativ (Neid der Freundinnen garantiert! Patentanmeldung, ausserdem Einladung eines Journalisten einer grossen Frauenzeitschrift zum Thema „Frau ist ja so kreativ“…nicht vergessen!)  

Versehen Sie den Stein samt Brett mit Kunstfell, es lässt die Umwelt zwar fragend zurück, wenn Sie und Ihr Stein-Hund vorüber ziehen, wird aber innerhalb kurzer Zeit zum Trend werden!  Da es um den Test: „Bin ich wirklich geeignet???“ geht, sollte die Test-Jahreszeit nicht in den Sommer gelegt werden. Am Strand Bällchen werfen und Hunde-Eis zu verfüttern, ist keine Kunst!  Wählen Sie den Spätherbst! 

Der Untergrund muss nach Möglichkeit morastig und unbefestigt sein. Ziehen Sie brav Ihr Sperrholz-Kunstfell-Stein-Brett hinter sich her, hier zur Abkürzung im weiteren Text HUND genannt. Bevor Sie das tun, sollten Sie allerdings auf gute und hochwertige Ausrüstung achten: Teure Gummistiefel mit Grip-Sohlen und Innenlammfell aus Naturkautschuk sind sinnvoller als die Plastik-Treter in Quietschegelb, die eher zum Besuch eines Teakbodens einer Luxus-Jacht geeignet sind.

Denken Sie an Kaschmir-Pullover (oder wollen Sie bibbernd die Feldwege entlang schleichen?), an hochwertige Outdoor-Jacken aus dem Hunde-Zubehör-Handel. Bitte an Extra-Taschen der Jacke für Leckerlis, Kottüten, Ratgeber-Buch, Mobiltelefon, Schleppleine, Ersatz-Brustgeschirr, Ersatz-Halsband, Versicherungsunterlagen, Anmeldeunterlagen zum Hundeführerschein (die auf Wunsch Streifen-Polizisten gezeigt werden können) und letztendlich Papiertaschentücher denken. Eine Kapuze hat sich ebenfalls bewährt. Die Hose sollte den Gegebenheiten angepasst sein: Farbe Schlamm ist allemal besser als Farbe Pink! Ein Hut, der die Wassermassen gleich über eine lange Rutschbahn aus gewachstem Edelbaumwolltuch auf die Rückenpartie der Outdoor-Jacke leitet, ist erforderlich.

Zum Hunde-Zubehör:

Wenn Sie Ihren HUND ziehen werden, merken Sie schnell den Unterschied zwischen Billig-Leine und Qualitäts-Leine! Die Billigleine hat Farben, die keine einzige Bemerkung bei Entgegenkommenden hervorruft. Die geprüfte Qualitäts-Leine, gefunden über google und nach 10 Telefonaten mit Spezialanbietern, diese Leine hat ein Mini-Radio, einen Kotbeutel, dringend notwendige Wasserflaschen für Frau und HUND und ein Leckerli-Reservoir im oberen Teil an Bord! Die mit Neopren gefütterte Handschlaufe ist schon nach 200 m Weg eine von Ihnen über alles geliebte  Ausstattung. Insgesamt entworfen nach den praxisnahen,  in Tasmanien erprobten Einfällen von Hunde-Kommunikatorin  Elsbeth von Quakenbrück-Reddersbalg-Mönckmann. Das ist ein MUSS für Sie und HUND!

Wenn also die Ausstattung bestellt und eingetroffen ist, die richtige Jahreszeit ausgewählt und Sie hochmotiviert sind, dann ab mit HUND. Und zwar VOR der Arbeit bei Regen und Sturm. Kleiden Sie sich entsprechend  Ihrer Ausstattung, ziehen Sie HUND hinter sich her. Verharren Sie an jedem Grundstücks-Eck 2 min. und jedem Lampenmast 1 min.  Bei entgegenkommenden Hundehaltern mit dem Life-Modell verharren Sie bitte 5 min., lassen Sie sich aber nicht auf Diskussionen über Vor- und Nachteile Ihrer Test-Variante ein. Sie werden zu viele Urteile hören, die Sie derart verwirren, dass Sie in der Arbeitsstätte unkonzentriert Ihren Job ausüben. Das führt langfristig zu Problemen….
Während des Testlaufes mit HUND sollten Sie sich bereits die gängigen Kommandos einprägen, die es gilt, möglichst praxisnah zu benutzen. Also kein verschämtes Gemurmel, HUND soll ja wissen, wer die Hose anhat. Ein forsches „Mach kacki“ in immer gleicher Tonlage so lange wiederholt, bis HUND nach 20 min. sein Geschäft erledigt hat, stimmt Sie auf den Alltag ein. Ein überschwängliches Loben nach einer Pfütze an  Meiers Buchsbaum ist ebenso erforderlich. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn Menschen Sie beschimpfen. Es ist ein Probelauf, Sie können jetzt und hier lernen, Gelassenheit zu zeigen!

Um das Thema: HUND soll kommen – zu üben, empfehle ich die Methode Schwengler- Basewitsch. Sie ist praxiserprobt, alleine 12 Hundetrainer in Deutschland arbeiten nach ihr und der Erfolg gibt ihnen recht! Laufen Sie laut trampelnd rückwärts in DIE Richtung, in die HUND kommen soll. Lassen Sie sich nicht irritieren, dass HUND Fersengeld gab und erst einmal das Weite untersucht. Trampeln Sie laut und auffällig und rudern dabei wild mit den Armen.  Sollten Sie vor Aufregung in die Vorgarten-Rabatte mit der Kletterrose gefallen sein und eher einem Maikäfer auf dem Rücken ähneln, bewahren Sie Haltung! Keineswegs darf Ihre Autorität leiden, weil Ihr HUND denkt, Sei seien ein Trottel und würden ihn gar nicht führen. 

Übersehen Sie Ihr Fell-Stein-Holz-Brett und denken Sie weiterhin, HUND wäre weit weg und würde keine Notiz von Ihnen nehmen.  Nach Schwengler-Basewitsch wird jetzt die Unterkategorie „HUND aufmerksam machen“ gewählt. Dazu vermeiden Sie jeglichen Augenkontakt, das könnte HUND zutiefst erschüttern und Schäden für die nächsten drei Jahre erzeugen. Vermeiden Sie die Namensnennung, denn HUND könnte dann frustriert werden, wenn er die Übung falsch oder gar nicht ausführt. Sind Sie angesichts der fortgeschrittenen Zeit unter Druck, entladen Sie diesen, indem Sie entweder eine Mülltonne oder aber einen Briefkasten mit Fusstritten und grässlichen menschlichen Schimpfworten traktieren und überhäufen.  Achten Sie darauf, dass HUND Sie nicht hören oder sehen kann, nach Schwengler-Basewitsch wird er sonst schon am nächsten Tag zum Hundepsychologen müssen, um Frustrationen abzuarbeiten.

Übertreiben Sie es jetzt nicht mit der ersten Übung am ersten Tag: Greifen Sie nun Ihr Fell-Stein-Holz-Brett und gehen frischen Schrittes nach Hause. Sammeln Sie nun in Ermangelung des eigenen HUND-Kotes am Wege liegenden ersatzweise frisch und fröhlich auf. Bei Haufen Nr. 5 lassen Sie es gut sein, mehr wird auch ein überfütterter Hund nicht absondern….Benutzen Sie dazu die extra bewährten und teuer im Spezial-Laden verkauften lila-grün-gepunkteten Tüten. Ihre Mitmenschen denken so, Sie hätten schon schöne Einkäufe erledigt. Zu Hause angekommen, versuchen Sie, dass Brett, also HUND zu waschen. Tragen Sie Ihr Modell Zwerg oder Gigant in die Badewanne, (Achtung, der Stein muss gut fixiert sein, da sonst Schäden zu befürchten sind) greifen die Dusche und wirbeln Sie diese einmal mit jedem Ihrer Arme durch das Badezimmer. Die Aufräumaktion ist gering, da unser HUND ja noch nicht schüttelt, kämpft und knurrt. Sie haben nach der Arbeit also NUR die blanken Wassermengen zu entfernen. Später kommen Blätter, Menschenkot, Wildschweinkot und Schlammberge hinzu.

Versuchen Sie, jetzt mit innerer Ruhe und Gelassenheit Ihr Büro-Outfit zu gestalten, sagen Sie parallel dazu PLATZ.  Laut und deutlich. Lassen Sie sich durch Resistenz gegenüber Ihrem Befehl nicht irritieren. Der HUND muss Ihre Ruhe spüren. Beschliessen Sie, heute mit der Bahn zu fahren, da Sie a. kalkulieren wollen, ob der Einbau eines speziellen Hunde-Duschraumes finanziell tragbar ist und b. müssen Sie das Kapitel „Trennungsangst bei Hunde-Welpen“  von Frau Dr. Dr. Lisa von Posewitz nachlesen. Wenn Sie mir bis hierher gefolgt sind, ist bereits viel bewältigt:

Der HUND ist gebastelt und Sie haben ihn auch schon ein klein wenig lieb gewonnen, die Ausrüstung Frauchchen/HUND ist geordert, bezahlt und ausprobiert, die ersten Diskussionen mit anderen Hundehaltern sind geführt worden, erste Befehle Ihrerseits sind gegeben worden, erstes Erkennen von leichten Korrektur-Ansätzen ist erkannt, durchdacht und verarbeitet worden und nach Ihrer Rückkehr in die Wohnung nach der Arbeitszeit machen wir gleich weiter mit Folge 2: Wieviel Prozent dürfen Kostenvoranschläge der Maler, Teppichverleger und der Telefonfirma unter dem letztendlich zu zahlenden Preis liegen?

Noch eine kleine Übung für Sie am Rande: Lernen Sie, dass die Methode Schwengler-Basewitsch, ebenso wie die Gedanken nach Frau Dr. Dr. Lisa von Posewitz NICHT mit Fäusten verteidigt werden müssen! Lassen Sie auch anderen – natürlich unfähigen – Menschen die Möglichkeit, Gurus zum Thema Erziehung, Haltung, Korrektur und gedanklicher Kommunikation zu haben. Die muntere Vielfalt ist es, was unsere Vierbeiner glücklich macht.

Bis demnächst in Folge 2.

 

 


 

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