Wie der Zufall (gibt es eigentlich Zufälle..?) es will: Sechs unterschiedliche Hundebesitzer haben mich zur gleichen Zeit gefragt, zu was für einem Zweit-Hund ich ihnen raten würde.
Um zum einen mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, zum anderen aber auch vielleicht anderen Hundehaltern ein paar Ideen zu geben, will ich dieses Thema öffentlich beantworten.
Alle Parteien unterscheiden sich in einigen Merkmalen. Einige sind "alte Hasen", sprich: sie haben wirklich Hundeerfahrung, andere sind noch Neulinge und besitzen gerade den ersten Hund, eine Partei hat keinerlei Zaun ums Haus herum, eine Partei möchte ihrem unter Trennungsangst leidenden Hund helfen.

Ich versuche, hier einmal eine relativ systematische Aufzählung von mir wichtigen Kriterien zu geben.

Der Zweithund - ein Welpe?

Ein Welpe ist für viele Leute die Versuchung schlechthin. Sie können dem puscheligen, tollpatschigen Wesen nicht widerstehen und die Vorstellung, so ein Kerlchen zu Hause zu haben, wäre das Beste.

Ein Welpe ist sicher dort gut aufgehoben, wo die Bewohner des Hauses, bzw. auch nur einer davon, ganztags anwesend sind. Obwohl immer wieder Menschen kleine Hunde anschaffen, die halbe Tage alleine bleiben müssen, ist das die denkbar schlechteste Lösung. Ein Welpe ist nichts anderes als ein kleines Menschenkind: völlig abhängig, mit hohen Ansprüchen an seine Umwelt.
Wenn nun bereits ein älterer Hund vorhanden ist, so ist es nicht fair, diesen als Aufpasser einzuspannen. Wenn er extrem gutmütig ist, wird der Welpe ihn drangsalieren und ihm keinerlei Ruhe gönnen. Wir Menschen können nicht korrigierend einschreiten, wenn der Welpe es mal wieder übertreibt.
Sollte der ältere Hund aber weniger gutmütig und einfach bis aufs Äusserste gereizt sein, dann dürfen wir es ihm auch nicht verübeln, wenn er den Welpen zurecht weist. Was bei abwesenden Personen auch einmal heissen kann, dass der Welpe gebissen und dabei unglücklich verletzt wird, Hilfe ist dann eben nicht zu erwarten.

Eine Familie teilte mir mit, sie hätten gerne einen Welpen, da sie ihn dann noch prägen könnten.......
Dazu wäre zu sagen, dass ein Grossteil der Prägung bereits im Alter abgeschlossen ist, in dem der Welpe "umzieht". Wurde er bisher in einer isolierten Haltung, z.B. einer Scheune auf einem Bauernhof, gehalten und sah weder Kinder noch fremde Menschen, so wird das sein Leben lang der "Knackpunkt" bleiben. Kinder werden ihm Angst machen, fremde Menschen ebenfalls. Er ist immer ein scheues Tier, mit grossem Schreckverhalten. Das kann im Alltag zu mancherlei rücksichtsvollen Massnahmen zwingen, da der Hund u.U. mit Durchfall, Gewichtsverlust oder anderen Anzeichen auf Stress reagiert. Für solch einen Hund bedeuted bereits jedes Verlassen des gewohnten Heimes Stress.
Hat der Welpe aber ganz im Gegenteil schon zu einem bestimmten Bereich sehr schlimme Erfahrungen gemacht, ist es auch in diesem Fall sehr, sehr schwierig, ihn wieder zu korrigieren und durch sogenannte "Normal-Hundehalter" fast nicht zu bewerkstelligen. Ich denke da an ein schreckliches Beispiel, dass mir vor einigen Wochen per mail mitgeteilt wurde:
Eine Bauersfrau, die der Meinung ist, auch sie sollte neben ihrem Mann Einkommen durch Tierverkauf zum Haushalt beisteuern, schaffte sich eine Golden-Retriever-Hündin sowie eine Border-Collie-Hündin an, um "zu züchten". Mal davon abgesehen, dass Vermehrung von Moderassen nicht unter den Begriff "Zucht" fallen sollte, kam es noch weitaus schlimmer.
Eine der Hündinnen hatte Welpen, die Kinder der Bäuerin sowie sie selber waren zum Kindergeburtstag eingeladen. Als "Höhepunkt" wurden die Welpen OHNE MUTTER mit zu diesem Ereignis geschleppt, damit die Kinder "mit ihnen spielen könnten". Ich will mich nicht darüber auslassen, dass diese Trennung vom Muttertier ein evtl. Trauma ausgelöst haben kann, will hier auch nicht erzählen, dass kleine Hunde und kleine Kinder NIEMALS ohne vernünftige erwachsene Aufsicht zusammen gelassen werden sollten, ich will auch nicht erwähnen, dass Hunde keine Spielzeuge für Kinder sind, sondern Lebewesen, die beschützt werden müssen (besonders vor Kindern), und ich will auch gar nicht erwähnen, dass diese armen Tiere auf dem Kindergeburtstag weder getränkt noch gefüttert wurden und die Damen am Kaffeetisch im anderen Raum zusammen sassen, ohne auch nur einmal korrigierend oder erziehend einzugreifen. Was ich ganz nachhaltig schreiben möchte, ist, dass diese Welpen zu wahren Kinderhassern geprägt werden können (nicht zwangsläufig müssen). Wer also einen dieser Welpen käuflich erwirbt, z.B. um ihn mit seinen eigenen Kindern zusammen zu lassen, kann an ein Tier geraten, dass bereits erfolgreich gelernt hat, dass Angriff die einzige Möglichkeit ist, sich Kinder vom Leib zu halten. Falls dann Foren auf Hunde-websides um Rat befragt werden, kommt sicher die Antwort zurück: Das kann nicht sein, dass Welpen Kinder beissen...... Oh doch, es kann sehr gut sein, wenn die Aufzucht entsprechend war. Und da diese unsensible, geschäftstüchtige Dame selber drei Kinder hat, möchte ich nicht wissen, was diese ohne Korrektur mit den Hunden anstellen....
Ich möchte hier keinesfalls gegen Welpen Stimmung machen, nur die Annahme, man hat selber viel Einfluss, ist nicht immer gerechtfertigt.
Und hat man selber Einfluss, dann stellt sich ja auch die Frage, in wie weit man in der Lage ist, diesen Einfluss sinnvoll auszuüben. Hundeerziehung ist eine Wissenschaft. Die meisten Leute "erziehen" aus dem Bauch heraus, ohne auch nur die geringste Ahnung von Beschwichtigungs-Gesten, Angstverhalten, Dominanzanzeichen, Herdenschutzverhalten oder ähnlichem zu haben. Sehr vielen "rutsch immer noch die Hand aus", sehr viele "tunken immer noch die Nase in ein Malheur", dass sie lange, nachdem es passierte, irgendwo finden. Alle diese Welpen werden nicht geprägt oder erzogen, sondern lernen innerhalb kürzester Zeit, Misstrauen und Angst aufzubauen. Mit dem Resultat, dass nicht etwa der Welpenhalter selbstkritisch hinterfragt, ob er dafür verantwortlich sei. Fast jeder Hundehalter nimmt von sich an, ER (oder SIE) könnten Hunde, insbesondere Welpen erziehen. Woher kommt diese Selbstüberschätzung? Ich weiss es wirklich nicht. Es ist eine fatale Annahme, die jedes Jahr eine Unzahl von verkorksten Hunden hinterlässt, die die gefrusteten Besitzer dann in einem Tierheim abladen oder sonst irgendwie "abgeben". (Dabei stellt sich mir immer die Frage, wie lange es noch dauert, bis diese Gesellschaft auch das "abschaffen" von missratenen Kindern duldet. In meinen Augen ist die Abgabe von Familienmitgliedern, eben den Tieren, die Vorstufe davon)

Um bei evtl. Schwierigkeiten durch die Anschaffung von Welpen zu bleiben, noch ein immer wieder gemachter markanter Fehler: Wir Menschen haben ein gewisses gesellschaftliches Gefüge, in dem Dinge wie Fairness, Gerechtigkeit oder Rücksicht vorkommen (oder zumindest sollten!). Diese Begriffe haben NICHTS, aber auch rein GAR NICHTS mit den hündischen Vorstellungen von Rudelleben gemein. Im hündischen Rudeln gibt es völlig andere Wertmassstäbe.
Es ist wichtig, Dinge, die einem älteren, ranghöheren Hund nicht passen, durch diesen auch bestrafen zu lassen. Nicht WIR, sondern der ältere Hund wird genau wissen, was er wann wie zu machen hat. Und wenn der Welpe dann gellend schreit, dann sollte es TUNLICHST vermieden werden, genau dieses brüllende Bündel auf den Arm zu nehmen und den älteren Hund zu massregeln. Hunde untereinander sprechen die gleiche Sprache. Wir sollten uns dabei heraushalten. Wir sollten niemals einen neuen oder jungen Hund bevorzugen. In einem Rudel wird immer der Stärkste, der Leiter, der dominantere zuerst gefüttert, gelobt, mehr beachtet. Das mag aus menschlicher Sicht ungerecht klingen, es soll aber HÜNDISCH klappen, nicht menschlich. Ein ständig durch Menschen unterstützter schwächerer Hund (z.B. ein Welpe) wird grössenwahnsinnig und wird irgendwann den Älteren zum Kampf heraus fordern. Und dabei ist der Ausgang meist völlig offen. Nur eines gilt auch hier: Der Stärkere ist derjenige, der gelobt wird, der von uns mehr beachtet wird.


Der Zweithund - ein "Gebrauchter"?

Um es gleich am Anfang zu beantworten: Ja, am besten ein Gebrauchter!!
Diese Hunde sind, sollten sie aus der Pubertät und damit älter als 14 Mon. alt sein, sozusagen fertig. Die Grösse bietet keinen Anlass zur Überraschung mehr, das Verhalten kann durch häufige vorherige Besuchs-Kontakte herausgefunden werden. Die noch nicht so perfekten Dinge können mit den jetzigen Haltern oder dem Tierheim besprochen und aufgezeigt werden. Es kann überlegt werden, ob man selber in der Lage ist, einem ängstlichen Hund Sicherheit zu vermitteln, einem Schnappenden diese anerlernte Untugend wieder abtrainieren kann, einem nicht Stubenreinen innerhalb kürzester Zeit diese Kleinigkeit beibringen kann usw.
Die Hunde werden leider meist über die Optik ausgewählt. Dabei fallen dann wichtige Faktoren einfach weg. Ist der Auserkorene ein Jagdhund mit starkem Instinkt, muss man sich fragen, ob man die Erfahrung, aber auch die Nerven hat, so einem Hund eine solide Ausbildung in einer guten Hundeschule zukommen zu lassen. Und das heisst nicht, was ein Anrufer mir zu einem Vermittlungshund sagte: "Ja, wir haben das Geld. Wir können ihn in eine Hundeschule geben und dann kommt er erzogen wieder". Ein so "erzogener" Hund lernt, dass er einem Hundeprofi, nämlich dem Ausbilder hervorragend gehorcht. Seinem Besitzer muss er deshalb noch lange nicht folgen.....
Aber wenn es kein Jagdhund sein soll, weil evtl. Kinder im Haushalt leben, die eine zeitintensive Ausbildung des Hundes nicht zulassen, was dann? Ein Hütehund? Diese Rassen haben fast alle langhaariges Fell als Schutz vor dem rauhen Klima bei den Herden. Ausserdem sind sie meist keine ängstlichen Charaktere. Sie gehen mutig und von hinten ans Vieh, um ihm in die Waden zu zwicken und es zu hüten. Das wir heute keine Herden mehr haben, aber immer noch Hütehunde, die dann in ihrer Unterbeschäftigung gerne mal die tobenden Kinder zwicken, liegt in der Natur der Dinge: Jahrhunderte Selektion auf bestimmte Merkmale. Und einem Hütehund wird man auch kaum verübeln können, wenn er sich gerne lautstark mitteilt. Was nutzt es, sich heimlich, still und leise an Herden anzuschleichen? Die Herde soll schon von weitem hören, dass sie gleich zu gehorchen habt, darum wird per bellen vorgewarnt. Nur hat natürlich niemand vor Jahrhunderten vermutet, dass Menschen im 21.Jahrhundert wie die Ölsardinen aneinander gepresst leben werden. Und unter diesen Umständen auch noch hyperaktive Rassen wie Border-Collies, Harzer Füchse oder sonstige Hütehunde halten werden!
Was bleibt also dann? Ein Schutzhund? Eine Rasse, die es immer gewohnt war, prägnante kurze Kommandos zu befolgen? In einer Zeit, in der Kinder nicht mehr erzogen werden, kann man kaum erwarten, dass der Riesenschnauzer oder Hovawart oder Rottweiler gut erzogen werden. Und Hunde dieser Rassen werden leicht eine Gefahr, wenn die klare Rudelstruktur fehlt und sie machen dürfen, was sie wollen.
Die Tendenz, sich einen möglichst exotischen Hund zuzulegen, ist nicht von der Hand zu weisen. Und so landen unter anderem herrliche Rassen wie der türkische Kangal oder Akbash, wie der Kaukasische Owtscharka oder sonstige osteuropäische Rassen leider wieder in den falschen Händen. Bei Leuten, denen auffallen wichtiger als alles andere ist. Diese Rassen gehören zu den Herdenschutzhunden, früher auch Hirtenhunde genannt. Wie der Name verrät, haben sie ebenfalls über Jahrhunderte nichts anderes getan, als lediglich zusammen mit der Herde diese vor Angreifern zu schützen. Was dazu führt, dass diese Hunde, die gross und prächtig sind, heutzutage oftmals im Reihenhausgarten liegen müssen. Die Herde fehlt, also wird die Familie ersatzweise beschützt. Kommen Eindringlinge, heutzutage weniger Wölfe und Bären, dafür aber Nachbarskinder oder Postboten, dann wird eben beschützt. Und als Knuddelbären sind diese Hunde auch sehr wenig geeignet, haben sie es doch immer so gelernt, ALLEINE ohne Menschen zu leben. Es wird früher oder später auch hier Ärger geben, wenn wieder einmal die falschen Leute aus optischen Gründen einen solchen Hund gewählt haben.......
Deshalb mein Rat: Sind Sie hundeunerfahren, d.h. haben sie lediglich Fifi, der ganz unkompliziert ist und an der Leine Gassi geführt wird, dann nehmen Sie bitte keine Hunderasse, die nicht für Ihre Umstände gezüchtet wurde.
Ein Husky hat bei unsportlichen Menschen nichts verloren, ebenso wenig ein Schäferhund, der auch gerne Aufgaben hat und viel laufen möchte.
Eine nervöse Hunderasse wie ein Appenzeller Sennenhund oder ein Border Collie oder ein Jack Russell haben nichts in einem kinderreichen Haushalt zu suchen. Die Hunde werden noch nervöser und entsprechende Aufgaben bekommen sie aus Zeitmangel meist auch nicht.
Wenn Sie einen Hund für "die Kinder" suchen, vergessen Sie das. Hunde halten Kinder für Wesen, die sie noch unter sich selbst im Rudel einordnen. Kinder verlieren leicht die Lust an Aufgaben rund um den Hund, worunter ausschliesslich der Hund zu leiden hat. Wenn SIE als Erwachsener einen Zweithund möchten oder Sie ihrem Ersthund einen Partner geben möchten, sind das gute Gründe.

Was ändert sich durch den Zweithund?

Eine ganze Menge für den Ersthund! Er hat plötzlich einen Partner, mit dem es gilt, besser oder schlechter auszukommen. Es kann um herumstehendes Futter Kämpfe geben, es kann über Lieblingsliegeplätze Streitereien geben. Es kann aber auch eine perfekte Partnerschaft werden, beide spielen stundenlang und selbstvergessen zusammen.
Für die Menschen bedeutet es in erster Linie, den Ersthund nicht mehr alleine zu Hause wartend zu wissen. Das Gewissen beim Kinobesuch o.ä. wird deutlich entlastet.
Zwei Hunde sind aber auch eine grössere finanzielle Belastung: höhere Steuern, leider nicht nur die Verdoppelung derselben. Es sind doppelte Wurmkuren und Impfungen, doppelte Wäschemengen, Anschaffung eines zweiten Korbes oder sonstigen Bettes, doppelte Futtermengen, die vertilgt werden. Aber auch jeweils einen Hund an jedem Arm an der Leine. Daher sollte selbstkritisch hinterfragt werden, ob man in der Lage ist, einen Hund zu erziehen. Zwei zerrende Hunde im Alltag können eine Tortour sein. Und ist der erste Hund gut erzogen, sind die Chancen, den zweiten Hund ebenso zu beeinflussen, sehr gut.
Was passiert im Urlaub? Hat der zweite Hund zwischen Kofferbergen noch Platz? Kann evtl. eine Anhängerkupplung für einen kleinen Anhänger angebaut werden, damit die Hunde sicher im Auto, das Gepäck im Anhänger bleiben kann? Wenn die Hunde nicht mitfahren dürfen, wer nimmt zwei Hunde auf? Klappt es finanziell, zwei Hunde in eine Pension zu geben?

Ich würde Ihnen empfehlen, es langsam angehen zu lassen. Wie wäre denn die Lösung, einem der vielen Vereine, die Hunde aus dem Süden nach Deutschland holen, anzubieten, sich als Pflegestelle zur Verfügung zu stellen?

Sie bekämen einen Hund ihrer Wahl, Sie würden ihm eine begrenzte Zeit ein freundliches Zuhause bieten. Sie haben bei tiefer Sympathie aber auch die Möglichkeit, diesen Hund ggf. zu behalten.
Damit könnten Sie sozusagen ganz langsam herausfinden, was gut und was schlecht klappt, wenn acht Pfoten durchs Haus laufen.

Und in jedem Fall würde ich immer dazu raten, keine gleichen Geschlechter zu halten. Das ist etwas für erfahrene Halter, der normale Hundehalter ist mit dem Gekeife oder evtl. tödlichem Kampf zweier Hündinnen bei weitem überfordert.
Fangen Sie stressfrei an, gesellen Sie Ihrem Hund einen andersgeschlechtlichen Partner hinzu.

Hatten Sie bisher einen extrem gut gehorchenden Hund, kann sich das nach kurzer Zeit ändern. Zwei Hunde sind ein Rudel!!!
Und ein Rudel entwickelt eigene Mechanismen, die wir Menschen oft nicht verstehen. Da schaut die Hündin z.B. nur den Rüden kurz an, wenn sie am Horizont andere Hunde sieht. Der Rüde schiesst los, um "seine" Hündin zu schützen. Und wir stehen fassungslos daneben und erklären den entgegenkommenden Leuten mit dem so häufig gehörten Spruch: DAS HAT ER NOCH NIE VORHER GETAN....., dass wir auch nicht ahnen, was da ablief.
Sind zwei Hunde ein gutes und eingespieltes Team, kann man die merkwürdigsten Sachen erleben.....

Fragen Sie sich VOR der Anschaffung eines zweiten Hundes, ob Sie häufigen Fremdhunde-Kontakt auf der Strasse nervlich gut überstehen. Ob Sie zwei Hunde per Befehl in Schach halten können usw.

Was muss vor dem Einzug passieren?

Zu aller erst, und da gibt es keine Entschuldigung oder Ausrede dafür, muss ein hundesicherer Zaun her. Das ist nicht ein schickes 60 cm hohes Teil mit zwei Stangen, sondern ein solider Bau in ca. 130 - 140 cm Höhe. Sollte bereits ein Zierzaun vorhanden sein, kann man entweder einen zweiten von innen dagegen setzen oder etwa 120 cm entfernt von diesem den zweiten errichten. Postboten, Spaziergänger, Schulkinder und andere Leute, die tgl. den Fussgängerweg aussen vor dem Grundstück bewndern, werden es Ihnen danken. Dann können nämlich zwei furchteinflössende kläffende Bestien nichts Schlimmes anrichten (aus Fussgängersicht). Und auch nur für den Fall, dass Ihre beiden Hunde schlecht erzogen sind und wie die Wilden am Zaun langrennen dürfen.........

Ein sehr kostengünstiger Zaun besteht aus angespitzten Holzpfählen aus dem Baumarkt, ca. 2 m hoch und einem Schafdrahtzaun (auch Knotengitter genannt). Der Draht hat kleine Quadrate, wobei die unteren enger sind als die oben liegenden und das ganze ist voll verzinkt. Der Zaun ist leicht mit Krampen zu befestigen, hat man zwei Personen, wobei die eine die Rolle auf Spannung zieht und die andere nagelt, spart man sogar die Spannschlösser. Der Zaun kann im Sommer herrlich mit Feuerbohnen oder Kapuzinerkresse berankt werden, im Winter sind Sie froh, dass er Licht durch lässt. Das ganze ist preisgünstig, zu zweit bequem an einem Wochenende gesetzt (ein Doppel-Grabespaten ist von Vorteil) und der Zaun hält ewig. Und sollten Sie denken, das kann warten, so ist das ein Trugschluss. Wenn Ihnen an Ihren Hunden etwas liegt, dann möchte ich Ihnen wünschen, dass Sie niemals den Stress einer Hundesuche haben werden. Und dazu kann es schnell kommen: Einer der Hunde meldet sich nachts und muss dringend vor die Tür. Es giesst und stürmt. Sie lassen ihn alleine heraus. Der zweite Hund will hinterher. Beide sehen an der Ecke eine fremde Katze und rasen in der Dunkelheit davon.... Und kommen tagelang nicht wieder!! Dieser Stress ist entsetzlich, zumal, wenn Strassen in der Nähe sind (und wo sind sie das heutzutage nicht?). Also gönnen Sie sich und Ihren Hunden stressfreies Spielen oder Gassi-müssen im absolut sicher eingezäunten Garten, so das auch ein Telefon-klingeln nicht zu einer Katastrophe führen kann....

Zusätzlich sollten VOR dem Einzug Regeln aufgestellt werden, was der Neue darf und was nicht. Und auch hier gilt: Hunde kennen keine Gerechtigkeit! Wenn der bisherige Hund im Bett schlafen durfte, es Ihnen aber nun zu eng wird, dann ist die Chance da, entweder beide Hunde aus dem Schlafzimmer zu verbannen oder den Neuen nicht ins Bett zu lassen. (Wobei die Verbannung beider Hunde sicher die bessere Lösung ist. Sollte der Neue nämlich der Dominantere, der Leithund werden, dann ist Ärger vorprogrammiert, wenn der dann Schwächere, der zuerst dagewesene auf höherem Platz neben dem menschlichen Rudelführer liegen darf. DIESE Position steht immer dem Leiter des hündischen Rudels zu - wenn überhaupt!!)

Bei Dingen wie "ins Auto springen lassen" oder "durch die Tür gehen lassen" oder Futterreihenfolge sollte in Zukunft sehr darauf geachtet werden, dass man selber entweder zuerst durch eine Tür tritt oder zuerst isst, oder wie beim Auto: das der Ranghöhere zuerst hinein darf. Als Mensch kann man sonst unbeabsichtigt für wirkliche Auseinandersetzungen sorgen.

Ich hoffe, dass diese sehr ausführlichen Betrachtungen weder gelangweilt noch abgeschreckt haben. Aber besser vorher daran denken, als hinterher grosses Geschrei, nicht????

Und die besten Wünsche an die Halter von Bente, Leika, Corri, Zottel, Woowoo und Werner. Viel Glück und eine gute Hand bei der Auswahl...

 

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