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Elsa -
oder: Menschen wie diese !!!!! Wäre Angel auf Menschen wie Heini
und Uli gestoßen, dann hätte sie auch
ihre eigene Couch...
+hier
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Angels Tagebuch
Schwarze Wolken über Angel
Es gibt Hundeschicksale, bei denen man fassungslos daneben steht und es
kaum glauben kann, wie schlecht das Leben der betreffenden Tiere
verläuft. So ein Hund mit entsprechendem Schicksal scheint Angel
zu sein.......
Den meisten Lesern meiner website ist Angel jetzt fast ein Jahr bekannt:
Erst die absolut verantwortungslose Haltung bei jungen Leuten, die die
Hündin ganztägig alleine ließen, es mit ansahen, wie Angel durch andere
Hunde attackiert wurde (wobei sie selber durch einen Maulkorb an der
Verteidigung gehindert war ), dann ihr Umzug in ein Bundesland, das zum
Glück keine Hysterie um Listenhunde und deren Kreuzungen betreibt.
Hier gebührt Frau Martens Dank, die Angel wie selbstverständlich im
Lüneburger Tierheim aufnahm wo sich die Hündin unübersehbar wohl fühlt.
Und dann – als Krönung nach einem langen und sehr entbehrungsreichen Weg – ein
älteres Paar, das sie als Pflegehündin zu sich holte. Da beide Leute Rottweiler-erfahren waren und nach dem Tode der letzten Hündin gerne
wieder einen neuen älteren Hund gehabt hätten, hofften wir natürlich
alle für Angel, dass es Angels Lebens-Endplatz werden würde.
Nach einer Vorkontrolle durch Angels Betreuerin hörte ich von ihr das
Lob: Diese Leute hätte ich gerne als eigene Grosseltern......!!
Als ich selber eine Woche später Angel besuchte, war ich zwar von den
Leuten auch angenehm beeindruckt, gleichzeitig aber auch entsetzt, wie
schrecklich Angel aussah.

Die Hündin soff schon seit Beginn ihres Einzuges Unmengen von Wasser,
die natürlich auch alle wieder ausgeschieden werden mussten. Da aber der
gleiche Umstand bei Angels Einzug ins Tierheim vorlag, schoben wir alle
es auf eventuelle Stressverarbeitung, die sich regulieren würde.
Als ich nun selber die Hündin besuchte, war ich wirklich zutiefst
erschrocken, was ich vorfand: ein schwer krank aussehender Hund, der
fast nur apathisch neben uns lag.
Am nächsten Tag wurde sofort ein Termin in einer Lüneburger Klinik
gemacht (
www.tierklinik-lueneburg.de ), Angel wurde durch die
Pflegefamilie vorgeführt. Alle nur erdenklichen Untersuchungen wurden
veranlasst, keine sehr stark von der Normalität abweichenden Befunde
kamen dabei zum Vorschein, alle Organe waren ohne krankhaften Befund.
Nun wird Angel auf extreme Unterfunktion ihrer Schilddrüse behandelt,
d.h. in entsprechenden immer höher dosierten Medikamentengaben
eingestellt.
Was aber das wirklich schreckliche für Angel ist, fand zwei Tage nach
Besuch der Tierklinik statt: Ihre Pflegeeltern, für deren Loyalität
dieser Hündin gegenüber ich fast meinen Kopf verwettet hätte, brachten
sie ins Tierheim zurück!
Die Worte der Frau waren: „Wir waren mit ihr draussen und schon 1,5 Std.
später machte sie uns ins Zimmer. Das geht ja nicht, die Möbel nehmen da
ja Schaden. Dieser Hund gehört in einen Zwinger!!“
Ich habe keine Diskussion mit der Frau begonnen, denn was soll man
Leuten erzählen, denen ein Hundeschicksal weit weniger wert ist als
Möbel? Zumal ein sehr grosser Raum zwischen allen anderen Räumen
vorhanden ist, der gefliesst ist, wenig möbiliert und einen direkten
Ausgang auf die Terrasse mit angrenzendem Garten hat.......
Noch einen Tag zuvor hatte ich im Gespräch mit einer Freundin gesagt,
ich sei so froh, dass die Hündin diese liebevolle Zuwendung bekäme und
sei mir sicher, sie würde nie wieder abgegeben.
Angels Betreuerin wird nun heilfroh sein, diese Leute nicht als
Grosseltern zu haben. Auch nach drei Jahrzehnten
Vermittlungsarbeit kann man Leuten eben immer nur bis vor die Stirn
sehen......
Angel befindet sich jetzt wieder im Lüneburger Tierheim, wird
medikamentös versorgt und seit sie zurück ist, hat sie nicht ein Mal
unter sich gemacht. Ihr Fell sieht glänzender aus und wir alle hoffen,
dass es das richtige Medikament in der richtigen Dosis sein wird.
Und was wir zusätzlich hoffen, ist, dass diese so unglaublich liebe und
extrem gut erzogene Hündin, die keinerlei Jagdtrieb aufzeigt, in nicht
allzu ferner Zukunft endlich Menschen mit Herz findet, die ihr als
Einzelhund noch ein paar schöne Monate oder Jahre schenken.
Das wäre mein grösster persönlicher Wunsch zum Jahresende........
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Am Freitag, zum Glück dem 14.! Juli, hatte Angel ihren grossen Tag:
Frisch gebürstet und mit Ausgeh-Geschirr wartete sie schon im grossen
Auslauf des Lüneburger Tierheims unter den schattigen Bäumen auf mich.
Wiedersehnsfreude war wie immer gross, wenn auch diesmal die üblichen
Leckerlis leider nicht gegeben werden konnten.
Wir machten uns im klimatisierten Auto auf den Weg zum Tierarzt.
Unterwegs ein wenig Mozart und Angel rollte sich wohlig grunzend
zusammen und schlummerte etwas.
Die Wiegung ergab, dass ihre erstklassige Figur ganze 25,8 kg waren. Sie
hatte wunderbar abgespeckt und ihre Atemfrequenz war dadurch deutlich
gesenkt worden.
Lange Geschichte, kurzer Sinn: Narkose und OP verliefen ohne
Zwischenfälle, Naht ist geeignet, später wieder Bikinis zu tragen und
Angel ist in ihrem künftigen Leben vor den ungesunden Hormon-Spritzen
gegen die Läufigkeit geschützt.



Am Montag wurde bereits die Doppelfalten-Bauchnaht gelöst und die Wunde
sah gut aus. Eine begleitende Antibiotika-Therapie schützt vor
unliebsamen Zwischenfällen und in weniger als 10 Tagen wird meine kleine
Fellnase wieder guter Dinge sein......
Angel im Tierheim
/ 10.7.06
Nachdem ich nun
dreimal Angel in ihrem neuen Zuhause, dem Lüneburger Tierheim, besucht
habe, kann ich ganz glücklich berichten, dass die erwartete Trauer und
Depression bei Angel ausgeblieben sind!
Ich ziehe daraus
den Schluss, dass es ihr im Tierheim besser gefällt als im früheren
Zuhause.
Nun kann man
Tierheime sehen wie man möchte, aber eines ist Tatsache: Das Lüneburger
Tierheim hat große Zwinger, sehr große Außenzwinger und auch
ungewöhnlich weitläufige Außenpaddocks, in denen die Hunde unter Bäumen
im Gras liegen können. Von den Unterbringungsmöglichkeiten her ist also
für Angel alles in Ordnung.
Und für ihre
Hundeseele ist meiner Meinung nach auch gut gesorgt, denn sie ist eine
freundliche, extrem menschenzugewandte Maus, die gerne an das Gitter
kommt und sich kraulen lässt. Dazu legt sie die Stirn in dicke
Boxer-Falten, wohl darüber nachdenkend, warum nicht automatisch mit
jedem Krauler auch ein Leckerli gereicht wird......
Überhaupt muss ich
hier einmal darüber berichten, wie Angel es schafft, sich in alle Herzen
hinein zu schleichen.... Es gibt kaum jemanden, der nicht nach einigen
Minuten Kontakt mit ihr begeistert sagt: Ist die aber süß!!!!
Am 8.7. war
Sommerfest im Tierheim und Angel genoss sichtlich die vielen Menschen,
die sich gerne zu ihr runterbeugten und mit ihr sprachen.
Sie lag entspannt
und gelassen in Zwinger und war die Ruhe selber.

Inzwischen ist
aus der runden, vollschlanken Hündin eine schlanke und schöne Fellnase
geworden. Sie nimmt gerne und freundlich wedelnd Kontakt zu Besuchern
auf, sie flirtet regelrecht mit den Besuchern.
Und wittert sie
ein Stückchen Trockenfleisch oder Trockenlunge, würde sie auf Befehl
wohl auch Walzer tanzen. Diese Hündin erobert man ganz eindeutig und
direkt über die Geschmacksknospen in ihrem Maul......
Nachdem Angel nun
eine gute Figur hat und sich auch ganz offensichtlich im Tierheim wohl
fühlt, kommt am Ende der Woche noch einmal ein grosser Einschnitt in
ihrem Leben: Sie wird kastriert!
Aber dazu beim
nächsten Bericht mehr.......
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